Wenn es einen Trend gibt, der die Krise der Eurozone im Laufe der letzten fünf Jahre bestimmt hat, so ist es das ständige Heraufbeschwören eines Untergangs der Euroregion und ihrer Gemeinschaftswährung. Während dieser Zeit stand die Eurozone mehrmals vor einer Auflösung, und auch die Gemeinschaftswährung stand mehrfach kurz vor einem Aussterben. Selbst Griechenland stimmte den Bedingungen für ein drittes finanzielles Rettungspaket nur zögerlich zu. Und dennoch hat der Euro eine relativ starke und konstante Leistung auf dem Parkett der Devisenmärkte gezeigt.

Trotz dieser unglaublichen Widerstandsfähigkeit und Stärke beschwören Experten weiterhin den drohenden Untergang der Eurozone und ihrer gemeinsamen Währung herauf. Viele hatten vorausgesagt, dass inmitten gesteigerter Unsicherheit und der kürzlich auf den Devisenmärkten herrschenden Volatilität insbesondere der Euro zusammenbrechen würde. Trotzdem blieb er relativ konstant und konnte letzte Woche gegenüber dem US Dollar sogar einen Anstieg verzeichnen. Mit diesen Informationen täten Investoren und Unternehmensinhaber gut daran, die Stärke des Euros zu respektieren und diesen Umstand bei ihren zukünftigen Bemühungen zu berücksichtigen.

Vier Gründe, warum die Eurozone und der Euro stark bleiben

Letztendlich wird das Wachstum in der Eurozone, aber auch die robuste Natur der Gemeinschaftswährung durch verschiedene Faktoren beeinflusst und gestützt. Nachfolgend haben wir für Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten und einflussreichsten dieser Faktoren aufgelistet:

Die Stärke der deutschen Wirtschaft

Zunächst zu den Grundlagen, da die Eurozone nicht ohne ihre stärksten Mitglieder florieren könnte. Ohne die gleichbleibend starke und robuste Wirtschaft Deutschlands, welches in den letzten fünf Jahren anderen Euroländern mehrfach rettend zur Seite stand und stark an den Rettungspaketen für Griechenland beteiligt war, wäre die Gemeinschaftswährung längst untergegangen. Dank einer starken Automobilbranche, die die Produktionsleistung des Landes antreibt und Deutschland zu einem unerwartet hohen Wert von 108,5 auf dem ifo Geschäftsklimaindex verholfen hat, spielt das Land bezüglich der Erstarkung des Euro auch weiterhin eine entscheidende Rolle.

Dieser Trend wird sich auch in absehbarer Zukunft fortsetzen, auch wenn dem einflussreichen Volkswagen Konzern infolge manipulierter Abgaswerte mögliche rechtliche Konsequenzen drohen.

Die Auswirkungen positiver Eurozonen-PMIs

Deutschlands Wachstum hat dazu beigetragen, andere Eurozonenländer, von denen viele im letzten Geschäftsquartal ebenfalls ein unerwartet gutes bzw. stetiges Wachstum verzeichnen konnten, zu inspirieren. Als Beispiel sei Frankreich genannt, das nach Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone darstellt und in Bezug auf seine PMI Aktivität einen überraschenden Anstieg verzeichnen konnte. Im letzten Quartal stieg der Wert von 48,3 auf 50,4 und zeigte darüber hinaus einen Wandel von einem Marktrückgang hin zu einer Expansion. Werden die Eurozonen PMI Datensätze außen vorgelassen, so bestätigt das Unternehmen Markit, dass die Region ihr bestes Quartal in vier Jahren erzielen konnte, trotz weltweiter Instabilitäten, auch an den Finanzmärkten.

Präsident der EZB schließt eine mögliche Politik der quantitativen Lockerung in der Eurozone aus

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), ist nicht immer des Devisenhändlers bzw. Anlegers bester Freund, da er in Bezug auf den Devisenhandel ­– auf der Website von FXPro können Sie mehr über den Devisenhandel lernen – sowie die natürliche Marktvolatilität und die auf Investoren zukommenden Herausforderungen widersprüchliche Aussagen macht. Seine vor Kurzem getroffenen Aussagen lassen jedoch darauf schließen, dass er seine Prognosen hinsichtlich einer quantitativen Lockerung geändert hat und bei der Inflation bis Ende des Jahres 2015 einen spürbaren Anstieg erwartet.

Noch vor wenigen Wochen hatte er behauptet, dass quantitative Lockerung eine tragfähige Option sei, sofern die Gemeinschaftswährung weitere Rückläufe verzeichnen würde bzw. die Preise in der gesamten Region fallen sollten. Draghis plötzliche Kehrtwende hat jedoch zu einem Stimmungsaufschwung unter den Anlegern und Unternehmen geführt, insbesondere da er ebenfalls bestätigen konnte, dass sich die Wachstumsaussichten aufgrund des Abschwungs in China und globaler wirtschaftlicher Unsicherheit erhöht hätten.

Experten berichten von einer gefestigten Erholung der Eurozone 

Draghis überraschende Worte werden durch die Aussagen weiterer EZB-Kollegen gestützt, zu denen auch der einflussreiche Jens Weidmann (prominentes EZB-Ratsmitglied und Präsident der Deutschen Bundesbank) gehört. Weidmann behauptete, dass auch wenn die Region im nächsten Geschäftsquartal und darüber hinaus vor großen Herausforderungen stünde, diese nur vorübergehend und nicht bedeutend genug seien, um die aufkeimende und sich zunehmend verfestigende Erholung in der Eurozone aus dem Tritt zu bringen. Entsprechend seien Maßnahmen betreffend einer quantitativen Lockerung oder Konjunkturförderungsmaßnahmen nicht nötig, da sich die Region im Laufe der Zeit von allein erweitern würde.

Abgesehen von der oben genannten Problematik bezüglich des Volkswagen Konzerns sieht sich die Eurozone auch mit fallenden Energiepreisen in der gesamten Region konfrontiert. Es wird jedoch erwartet, dass diese voraussichtlich im letzten Quartal des Jahres steigen werden. Der kürzlich verzeichnete Anstieg des Euro unterstreicht dabei den Stimmungsaufschwung und die Eigenschaft der Gemeinschaftswährung, sich immer wieder von getroffenen Sparmaßnahmen zu erholen.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Gewinne gehalten werden können. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Eurozone und ihre viel geschmähte Währung am Devisenmarkt weiter Stärke, Langlebigkeit und Bedeutung zeigen.

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